GenICam – die virtuelle
Schnittstelle zur Kamera

Der GenICam Standard setzt sich zwischen den Treiber (Ethernet, USB, CL oder CXP) und die Software. Der Standard hilft dem SDK des Herstellers oder eines Drittanbieters bei der Kommunikation zwischen Applikations-Software und Kamera.
Damit vereinheitlichen sich für die Anbieter von Software wie z.B. NI oder MVTec die Befehle zum Ansprechen bestimmter Features oder die Interpretation von Datenströmen aus der Kamera.

Was hat sich seit
GenICam 2.4 geändert?

Wenn wir uns vor Augen halten, dass die Basis des Standards bereits 2004 gelegt worden ist, dann hat sich in der gesamten Bildverarbeitungs-Branche viel verändert. Das Haupt-Target zu der Zeit waren PC-basierte Applikationen. Daneben nahmen aufkommende Anwendungen der 3D-Technik bis in die letzte Version (2.4 von Anfang 2014) kaum Einfluss auf die grundlegende Kompilierung von GenICam. Diesen Trends der Branche kommt der EMVA mit GenICam 3.0 nun nach.

Die einzelnen Teile des GenICam Standard

SFNC und GenApi

Diese beiden Kürzel sind Teil des GenICam Standards und beinhalten Beschreibungen und Spezifikationen (GenApi) sowie eine namen-normierte Liste aller Kamera-Features, die von GenICam unterstützt werden (SFNC).

Wie zu jedem Update von GenICam hat sich auch zur Version 3.0 die Anzahl vergrößert. Waren es im Jahre 2006 noch keine 8.000, so wuchs ihre Zahl bis heute auf über 18.000 beschriebene Kamera-Features.

PFNC

Pixel Format Naming Convention. Sie definiert nun ein größeres Spektrum zur Interpretation von Pixeln. Neben einfacher Definition und Konventionierung von RGB, werden weitere Farben hinzugefügt sowie zusätzliche Definitionen zur Positionierung eines Pixels.

GenTL

Der für den Transport Layer verantwortliche Teil des Standards wurde komplett überarbeitet. Damit kommt der EMVA Entwicklern von Embedded Systemen entgegen. Schlanke, fest verbaute Systeme mit zumeist ARM-Architektur und Linux sind auf schlanke und schnelle Übertragungsformen der Kamera-Spezifikationen (XML) und deren Ansprech-Befehlen angewiesen. Die dafür nötigten Datenvolumen konnten um mehr als die Hälfte gesenkt werden.

Validation von SVCam-GigE-XML-Dateien

Für SVS-VISTEK ergab sich just an dieser Stelle mit GenTL ein Problem. Auch wenn für die Version 3.0 eine Abwärts-Kompatibilität gewährleistet werden sollte, kam es bei der Identifikation einer SVCam mit GigE Vision zu einem Verständigungsproblem mit dem Parser von GenICam. Seine Aufgabe ist es, eingelesene XML-Files der Kamera zu lesen und zu katalogisieren. Dabei führten Auffüllungs-Bytes der SVCam-XML-Dateien zu Verwirrungen. Diese waren jedoch in der Vorgängerversion noch zulässig.

Zusammen mit unseren Partnern von NI konnten wir diesen möglichen Fall jedoch schnell identifizieren und unseren Kunden vorab Lösungen für alle denkbaren Fälle anbieten.

1)         Alle neu ausgelieferten Kameras sind mit GenICam 3.0 konformen XML Files ausgestattet.

2)         ein neues Firmware-Update-Tool wurde zur Verfügung gestellt. (Dieses reduziert XML-Files automatisch um redundante AuffüllungsBytes.)

3)         Ein SVCam GigE-Validation-Tool wurde veröffentlicht. Es ermöglicht die Anpassung der XML-Datei, ohne eine neue Firmware aufzuspielen und somit ohne die Einstellungen der Kamera zu gefährden. 

Sie Finden den SVCam-GigE-Validator unter Download bei allen SVCam’s mit GigE.

 

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.