Wenn es um Qualitätskontrolle und automatisierte Oberflächeninspektion von Produkten geht, gehören die Hightech-Industriekameras von SVS-Vistek zu den führenden Lösungen des Marktes. Wir wollten wissen, welche Maßstäbe das Seefelder Unternehmen beim eigenen Qualitätsmanagement anlegt.

Jürgen Ziegler ist sehr zufrieden. Gerade hat der COO und Qualitätsmanagement-Beauftragte der SVS-Vistek GmbH die Ergebnisse der individuellen Qualitätstests für die CCD-Kamera HR29 erhalten. Und diese sind wie er sagt „mehr als zufriedenstellend. Wir haben die Kamera in speziellen Dauertests für einen Kunden aus Asien getestet, der sie für die Oberflächen-Inspektion von Smartphones, Tablet-PCs und Flachbildschirmen einsetzen möchte. Mit ihren 29 Megapixeln und einer Datenrate von bis zu 240 MByte/s ist die HR29 die ideale Lösung für diesen Einsatzzweck. Aber wir mussten sichergehen, dass sie auch im Dauerbetrieb 24 Stunden rund um die Uhr mit voller Qualität arbeitet.“

Diese zusätzlichen, individuell auf den Einsatzbereich beim Kunden abgestimmten Praxis-Tests sind das Erfolgsrezept des Seefelder Kamera-Herstellers. „Jedes Produkt, das bei uns in die Serienproduktion geht, hat mindestens 15 Tage anspruchsvoller Praxistests, Prüf- und Zertifizierungsverfahren hinter sich und bereits unsere Zulieferer werden strengen Qualitäts-Audits unterzogen“ so Jürgen Ziegler. „Aber mit den individuellen Tests können wir unseren Kunden nochmals ein zusätzliches Qualitätsplus bieten. Unsere Kameras und Komponenten werden für die Qualitätssicherung auf besonders hohem Niveau eingesetzt. Da ist es unabdingbar, dass wir auch bei uns selbst höchste Qualitätsansprüche ansetzen. Und das beginnt schon bei unserem unternehmensübergreifenden Qualitätsmanagement“.

Umfassendes QMS als Basis

Um eine kontinuierliche Überwachung und Optimierung aller Prozesse im Unternehmen zu gewährleisten, setzt SVS-Vistek auf ein eigenes Qualitätsmanagement-System (QMS), das nach DIN EN ISO 9001:2008 erstellt und zertifiziert wurde. Schwerpunkt dieses Systems ist die stetige Verbesserung der Kundenzufriedenheit durch steigende Qualität bei allen Abläufen, Produkten und Leistungen.

Klare Vorgaben

Sämtliche Vorgaben des QM-Systems haben die Verantwortlichen bei SVS-Vistek kompakt und verständlich in einem eigenen Qualitätsmanagement-Leitfaden zusammengefasst. Dieser beschreibt im Detail die Qualitätspolitik des Unternehmens sowie alle Maßnahmen der Qualitätssicherung und die Organisationsstruktur – inklusive allen Zuständigkeiten. Ergänzt wird der im firmeneigenen Intranet zugängliche QM-Leitfaden durch detaillierte Richtlinienkataloge, Arbeitsanweisungen und Prüfanweisungen, die optimal auf den Arbeitsalltag in den einzelnen Unternehmensbereichen abgestimmt sind.

Konsequente Umsetzung

Das Qualitätsmanagement ist bei SVS-Vistek unmittelbar der Geschäftsführung unterstellt. Diese ernennt den Qualitätsmanagement-Beauftragten und kontrolliert die zuverlässige Umsetzung aller Vorgaben im Rahmen des Qualitätsmanagements. Die Maßnahmen zur Optimierung der Unternehmensprozesse sind vielfältig und umfassen unter anderem die Definition der Qualitätsziele nach innen und außen, die Durchführung von Fehleranalysen und die Festlegung notwendiger KVP-Maßnahmen (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess). „Natürlich ist das Qualitätsmanagement keine One-Man-Show, sondern Teil unserer Firmenkultur“, erklärt Geschäftsführer Walter Denk. „Alle Mitarbeiter müssen mit dem QM-Leitfaden vertraut sein, haben stets freien Zugriff darauf und sind angehalten, ihre Arbeitsweise danach auszurichten. Für sie ist es ganz selbstverständlich sich sofort an ihren Vorgesetzten zu wenden, wenn sie Fehlerquellen oder Verbesserungspotentiale entdecken.“

Kontinuierliche Optimierung

Ziel des Qualitätsmanagement-Systems bei SVS-Vistek ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess in allen Unternehmensbereichen. Um dies zu gewährleisten werden alle internen Prozesse und auch die zugehörigen Optimierungsmaßnahmen regelmäßig anhand von Kennzahlenanalysen und internen Qualitäts-Audits überprüft und analysiert. So wird zuverlässig sichergestellt, dass das QM-System allen Anforderungen der ISO D01:2008 entspricht. Eventuelle Mängel werden frühzeitig erkannt und durch geeignete KVP-Maßnahmen schnell und effizient beseitigt.

Einhaltung internationaler Standards und Normen

Auch auf Produktebene legt SVS-Vistek ein besonderes Augenmerk auf zuverlässige Qualitätssicherung und hier insbesondere auf die Einhaltung gesetzlicher und herstellerunabhängiger Standards. So ist das Unternehmen nach ISO 9001:2008 zertifiziert und stellt seine Produkte CE-konform und gemäß den RoHS und WEEE Richtlinien her. Schon immer wurden Homogenität und Austauschbarkeit als Ziele für alle Kameras über die Grenzen einzelner Modelle und deren Serien festgehalten. Und seit der Einführung des EMVA 1288 Standards – den SVS-Vistek als Mitglied der EMVA mit unterstützt hat – ist das Unternehmen einer der ersten Hersteller, der nahezu alle Produkte in Anlehnung an den EMVA 1288 Standard in der Serie testet. Denn mit dem 1288 Standard hat die European Machine Vision Association (EMVA) erstmals ein herstellerunabhängiges Instrumentarium für eine objektive Bewertung von Kameras und Bildsensoren entwickelt, das einen objektiven Qualitätsvergleich und die anwendungsbezogene Auswahl der Kameras ermöglicht.

Aspruchsvolle Produkttest

Natürlich ist die Endprüfung nach EMVA 1288 nur einer von mehr als 80 Qualitätstests, die eine SVS-Vistek Kamera im Rahmen der Qualitätssicherungsprozesse durchläuft. Diese beginnen bereits mit der sorgfältigen Auswahl der Zulieferer, die sich dann regelmäßig strengen Qualitäts-Audits unterziehen müssen. Schon während der Entwicklung eines neuen Modells werden beispielsweise die Sensoren-Engineering- Samples der Zulieferer nach strengen internen Vorgaben analysiert und bewertet. Neben Umwelttests (Temperaturzyklen, Feuchte), Rütteltests (Vibration, Shock Tests) und EMV-Tests (Emission) durch zertifizierte externe Institute muss jede Kamera dann auch zahlreiche interne Qualitätstests durchlaufen. Mit speziell von SVS-Vistek entwickelten Prüftechniken werden unter anderem die Bildqualität des Sensors, die spezifischen Kühlprinzipen der einzelnen Kameragehäuse und die Sauberkeit von Sensor und Filterglas auf Herz und Nieren geprüft.

Beispiel Tubus-Test

„Herzstück“ der Qualitätstests bei SVS-Vistek ist der sogenannte Tubus-Test zur optimalen Kalibrierung der Kamera und Aufspürung eventueller Fehler. Im Design verbliebene, bauteilabhängige Toleranzen können hier individuell aufgefangen und an die eigenen Normen angepasst werden. Linearität und Interkompatibilität der Kameras werden zuverlässig sichergestellt. „Der komplexe Testaufbau basiert auf einem eigens entwickelten Tubus, der homogenes und kontrollierbares Licht einstreut und auf den Sensor projiziert, welcher über eine spezielle Testsoftware programmiert wird. Diese Prüftechnik ermöglicht eine referenzierte und kontinuierliche Verbesserung des finalen Designs und hat unseren Anspruch an Linearität weit über die Toleranzgrenzen allgemeiner Standards gehoben“, so Jürgen Ziegler. Weiter ins Detail gehen darf der Chief Operating Officer leider nicht. „Die Konkurrenz liest schließlich mit. Aber wir konnten für den Kunden zuverlässig sicherstellen, dass unsere HR29 auch im Dauerbetrieb höchste Qualität liefern – 365 Tage im Jahr rund um die Uhr.

Nach dem Test ist vor dem Test

Trotz rundum positiver Feedbacks von den Kunden denkt bei SVS-Vistek niemand daran, sich auf dem Erreichten auszuruhen. „Unser Qualitätsmanagement ist ein ständiger Entwicklungsprozess“, erklärt uns Geschäftsführer Walter Denk. „Wir schulen regelmäßig alle Mitarbeiter, arbeiten ständig an der Entwicklung neuer, noch besserer Prüfprozesse und -techniken und beziehen kontinuierlich das Feedback der Kunden in unsere Produktentwicklung mit ein. Nur so können wir das hohe Qualitätslevel gewährleisten, das unsere Kunden von uns erwarten.“